Eiszeit

Eiszeit

Eiszeit Album Cover

Dabei dürften die meisten doch eigentlich froh drüber sein, dass die Arschkälte draußen so langsam abklingt. Schlechter Zeitpunkt also für Eiszeit? Eigentlich nicht, denn der episch angelegte Titeltrack hat gleich mal die Charts geknackt. Und nachdem Unheilig mit ihrem Reinhard MeyGothic gerade zum medialen Dauerbrenner mutieren, können Eisbrecher mit ein wenig Glück ebenfalls auf dieser Welle reiten.

Der bereits bekannte Titeltrack wartet mit gewohnt harten Worten und einem tollen epischen Chorus auf, in dem Alex gesanglich ähnlich stark klingt wie im ebenfalls sehr starken Opener „Böses Mädchen“. Zum Glück sind Eisbrecher von dem Trip wieder weg, den Gesang wie auf dem Vorgänger unnötig zu verzerren. Klar, es finden sich immer mal wieder ein paar Effekte auf der Stimme, wie im großartigen Tanzflächenfüller „Gothkiller„, bei dem Lacrimas Profundere-Fronter Rob Vitacca aushilft, aber das ist die Ausnahme.

Wie auf dem Vorgänger gibt es auch auf „Eiszeit“ weiblichen Gesang zu hören, der wie im groovenden „Bombe“ auch mal richtig im Vordergrund steht und verdammt sexy klingt. Mit einer deutlichen Depeche Mode-Schlagseite, zumindest was die Elektronik angeht, präsentieren sich Eisbrecher bei „Dein Weg“ und zeigen, dass sie sich musikalisch kaum eingrenzen lassen.

Das hat Vor- und Nachteile, denn auch „Eiszeit“ hat neben diversen Hits ein paar weniger zwingende Songs. „Amok“ ist eine nahezu reinrassige EBM-Nummer und „Supermodel“ eigentlich ein Paradebeispiel für den Begriff Neue Deutsche Härte, vor allem, wenn man das von NDW ableitet. Verdammt hart an der Schmerzgrenze bewegen sich aber große Teile von „Die Engel„. Da könnte auch der unheilige Graf nicht schlimmer schmalzen.

Hier bewegt man sich doch ziemlich dicht am Schlager, auch wenn beinharte Fans das wohl anders sehen, zumal man den Song live sicher gut mitsingen kann. Das ändert aber nichts daran, dass auch „Eiszeit“ wieder ein weitgehend gutes Album geworden ist, und dass man sich als Fan wieder eine der limitierten Erstauflagen abgreifen

Quelle: laut.de