verfasst am 12. Dezember 2011, von Aryn

Harte Erhabenheit – Die Hölle muss warten

Eisbrecher Abschlusskonzert 2011 auf der Zugspitze

Eisbrecher Abschlusskonzert 2011 auf der Zugspitze

Für alle die den neuen „Sonic Seducer“ nicht gelesen haben, hier der neue Artikel über „Die Hölle muss warten“ und ein kleines Review zum Gipfelkonzert. Viel Spass dabei (;

Harte Erhabenheit

Was lange (be)währt, wird endlich so richtig gut, könnte man hier zweifellos konstatieren: Denn Sänger, Fernsehmoderator und Symphatieträger Alexander „Alexx“ Wesselsky sowie seine Electro Rocker-Matrosen konnten einen Major-Deal mit dem Industriegiganten Sony Music an Bord der Mannschaft holen. Und letztere Vertragsfracht kann zweifellos verdienter Maßen von den Beteiligten im identitätsreichen Laderaum verstaut werden – war doch die Zeit nach arbeitsreichen und mühevollen Jahren wohl niemals zuvor reifer für den ganz großen Eisbrecher-Vorwärtskurs.  Stilistisch liniensicher und authentisch gelungen sind auch die 13 kühlneuen Kompositionen, deren Veröffentlichung auf den kommenden Studioalbum „Die Hölle muss warten“ für den dritten Februar 2012 geplant ist. Aus genau diesem Anlass heraus luden Band und Label einige Musikjournalisten für Samstag 05. November ins Skisport-Paradies Garmisch Partenkirchen. In einem Konferenzraum des Dorint Hotels fanden sich zwei Mitarbeiter des Musikverlages und die angereisten Schreiber ein, um den neuesten Kompositionen von Alexx und seinem langjährigen kreativen Kompagnon Jochen ‚Noel Pix‘ Seibert zu lauschen. Unseren beiden NDH-Helden zogen es allerdings laut nachfolgend gemachter Aussage bewusst vor, während dieser Hörprobe draußen vor dem Raum zu verweilen.

Gegen 13.00 Uhr erschallte der Opener „Tanz mit mir“. Martialische Anmmut, treibende Rhythmik und schlüssiges Songwriting sowie eine fette Produktion zeichnen diesen von eingängiger Melodie betonten Song aus. Ein Stampfer, dessen Beats die Schuhe ausziehen und dessen auflockernde Parts für Kontraste sorgen.
Den Anschluss machte „Augen unter Null“, welcher, sphärisch beginnt und einen dann niederdrückt mit böllernden Takten. Ein rüde rockender Refrain bestimmt die Nummer, von Alexx ebenso maskulin wie sehnsüchtig besungen.

„Die Hölle muss warten“ sorgt für Furore, denn das bisher am meisten einnehmende Highlight war in Form dieses Titelsongs zu hören. Anfänglich fein orchestriert, schlägt diese clever struktuierte Komposition um in einen emotional ausgerichteten Song.
Regelrecht „Verrückt“ macht selbiger einen Eisbrecher-Anhänger, denn nach einem wuchtigen Beginn überrollt einen eine Symbiose aus Niveau und Erdigkeit. Alexx phrasiert ebenso voluminös wie bissig. Aus der Reserver lockende Lyrik tut ein Übriges. Der Mittelteil erinnert an Rammstein zu ihren besten Zeiten.

Ein „Herz aus Eis“ wurde uns danach zuteil, wobei sich im Zuge dessen ein Kinderlied-artiger Beginn eröffnete, gefolgt von schwerstem Electro- und Industrial Geschütz, hypnotische Passagen inklusive. Der Abrissbirnen Charakter knallt hier voll durch. Wieder ein Volltreffer dazu thriumphal vokalisiert.
„Prototyp“ scheint leichtfüßig instrumentiert, doch das ausgelöste Erdbeben an tonnenschweren Electro Rock-Takt-folgen erschüttert den Hörapparat. Zackige Riff-Kanonaden erdonnern mitsamt listig eingeflochtenen Electronics. Hier präsentiert sich eine verdammt gut, wenn nicht perfekt aufeinander eingespielte Band vor dem Hintergrund homogenen Songwritings.

Eisbrecher Abschlusskonzert 2011 Zugspitze

Eisbrecher Abschlusskonzert 2011 Zugspitze

Dann war es Zeit für „Ein Leben lang unsterblich“, große Gefühle in hartem Klanggewand. Ein vom Fleck weg erhebender, wenn auch teils auffallend bedrohlicher Song mit grimmiger Attitüde. Hymnisch gehalten, bietet dieser siebte Track von Alexx viel Raum für wunderbar klare Stimmbandleistungen.
Und das bestechende Lied führt auch sogleich in den „Abgrund“: Der Song ist auch geeignet um das nächste Road-Movie als Soundtrack zu komplettieren. Eine lässig umgesetze Komposition mit viel Wums, scheinbar gemacht, um damit mühelos durch die nächstbeste dicke Stahlbetonmauer zu marschieren.

Denn so gelangt man zu „In meinem Raum“, dessen unglaublich griffiger Refrain fesselt – Slo-Mo-Rocker mit Berührungs-Garantie, was nicht zuletzt am psychotischen Text liegt.
„Keine Liebe“, jedoch alles andere als lieblos konstruiert, mausert sich binnen kürzester Zeit zu einem weiteren Top-Track, welcher die Hörermassen mittels raffiniertem Innenleben mühelos bewegen wird. Ein durch seinen brillanten Spitzen-Refrain sehr erfolgreicher Verführer.

Im „Exzess Express“ hält man sich gerne auf als Rammstein-Fan, denn unter der liedhaften Fahrt desselben zitieren Alexx & Co. auf markante Weise, auch lyrisch betont lasziv, erneut Till Lindemanns Truppe. Schnell gehauen, barsch gerifft – diese Nummer ist ein schmutziger Duselei- Zerstörer hoch zehn mit catchy Notentänzen und mit Rhythmen wie Donnerschläge.
Höchste Zeit für „Rette mich“, dessen balladesker Beginn melancholisch einher geht, und wo Alexx seine Stimme erneut wie ein tragendes Instrument einsetzt. Besinnlich von eher zurückhaltender Natur ist dieses Lied, und bestens nachvollziehbar.

So türmt sich wiederholt Gewaltiges auf. Zum Schluss so weit oben angelangt, ist schließlich „Der Atem“ der Band in Form einer finalen Ballade zu spüren: Friedhofs-Tonfolgen hängt pure Melancholie nach, was in einen verzweifelten Abgesang auf großes Glück mündet. Dermaßen schonungslose Offenlegung von bittersüßer Trauer wurde in diesem Genre wohl selten inszeniert.

Dann betraten Alexx und Pix mit spitzbübischen Gesichtern den Raum, um sich den Fragen der Angereisten zu stellen. Danach begab sich der Tross zum Hotelausgang, um mittels Autobussen zur Garmisch Patenkirchener Zugspitz-Zahnradfahrbahn gekarrt zu werden. Denn auf dem Gipfel der Zugspitze wollten Eisbrecher in der obigen Panorama Lounge ab 18:30 Uhr das „Eiszeit“ Abschlusskonzert geben.

Quelle: Sonic Seducer (12/2011)

Also ich weiß ja nicht wie es euch da geht aber ich bin sehr gespannt auf das neue Album (; Hoffen wir mal, dass die Zeit schnell vorbei geht!

2 Kommentare zu “Harte Erhabenheit – Die Hölle muss warten”
    Fanatica82 schreibt 12. Dezember 2011 um 20:30 Uhr:

    Wow, das ist ja mal ein hammer Bericht! So geil, wie die Songs beschrieben wurden muss die Hölle warten, aber wir nicht! Jetzt kann es uns gar nicht schnell genug gehen: Wir fiebern dem Release entgegen und wollen zu den neuen EB Songs rocken^^

    Aryn schreibt 14. Dezember 2011 um 10:03 Uhr:

    Die Spannung steigt stetig (;
    Naja Freitag kommt ja der erste Vorgeschmack.

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