verfasst am 08. Juni 2011, von Aryn

Interview mit „Alexx“ aus dem aktuellen Orkus

Alexander Wesselsky

Alexander Wesselsky

Ich habe für euch mal das wichtigste aus dem Interview zusammengefasst:

„Das ist cool, das macht Spaß… warum sollte ich es wegen ein paar Spinnern lassen?“

2010 war für Eisbrecher das mit Abstand erfolgreichste Jahr ihrer Bandgeschichte. Doch ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Alexander „Alexx“ Wesselsky holt tief Luft und bereitet sich nicht nur im Fitnessstudio auf zukünftige Schandtaten vor. Neues Label, neue Energie – und ein neues Album ist auch am Horizont. Der Kapitän geht wieder an Bord!

Orkus: In den letzten Monaten war es um Eisbrecher etwas ruhiger geworden. Was hast du bisher im Jahr 2011 alles angestellt?
Alexx: Gute Frage, […] wir haben uns oft ins Studio zurückgezogen, um an einen neuen Album zu arbeiten.

O: Ich würde das Jahr 2011 bisher so beschreiben: „Weniger Eisbrecher – mehr TV.“
A: Oberflächlich  gesehen, stimmt das sogar. Fort Boyard ist erfolgreich angelaufen, ich habe viele Promis kennengelernt und recht erfolgreich bei der WOK WM mitgemacht.

O: Wofür es nicht nur Lob gab.
A: Leider ja… […] Die Leute holten die Kommerzkeule raus und schrieben: „Jetzt ist es endlich so weit – erst der Graf, dann der Alexx. Nun hält der auch seine Fresse auch überall in die Kamera.“ Da habe ich mich wirklich hinreissen lassen, dazu mal was zu antworten. […]

O: Beeinflusst es dich?
A: Nein – ich mache weiter das, worauf ich Bock habe. Klar, manchmal muss man auch Sachen tun, die keinen Spass machen. Wir kennen das alle, nicht jeder Job macht Spaß. […],

O: Hast du Blut geleckt? Nächstes Jahr zurück in den Wok?
A: Sofern ich körperlich fit bleibe und nicht alle Stränge reißen, werde ich das nächste Mal wieder bei der WOK WM wieder mitfahren. Das ist cool, das macht Spaß… warum sollte ich es wegen ein paar Spinnern lassen? […]

O: Unglaublich – so was geht doch nur mit Sport. Oder?
A: Ich gehe jetzt sogar zweimal die Woche ins Fitnessstudio. Ich bin seit vier Jahren Mitglied in einer der besten Sportschulen Deutschlands. Es ist nur fünf Minuten von mir entfernt […]. Das kommt ja auch der Live-Action zugute, schließlich will ich nicht wie ein nasser Sack in den Seilen hängen.

O: Viele Fans waren echt traurig, dass „Der Checker“ von der TV-Bildfläche verschwunden ist. Was waren die Gründe?
A: DMAX hat mich entsorgt. Sagen wir es mal so: Wir wurden uns nicht einig. Richtig darüber reden kann ich nicht. da mich Discovery International verklagt hat. Deshalb steht da ein Verfahren an. Das war scho schmerzhaft dem „Checker“ nach viereinhalb Jahren Adieu zu sagen. Ich wurde schließlich durch drei Typen ersetzt – aber um dir ein Bild von den Reaktionen zu machen, brauchst du nur ins DMAX Forum zu gehen.

O: Nach Eiszeit geht es nun musikalisch weiter. Wie weit seid ihr?
A: Wir schreiben viele Texte, viele Songs – der Erfolgsdruck ist auch da, aber der kommt in erster Linie von uns selbst. Wir wollen einfach eine geile Platte machen. […] Ohne den „Checker“ – Job hab‘ ich schon mehr Zeit: gelegentliche TV – Auftritte ksten in erster Linie nur Zeit, keine Nerven. Daher hatte ich mehr Zeit für die Musik. […].

O: Das neue Album ist für euch das erste Werk bei einem Major. Spürt ihr besonderen Druck oder nur besonders viel Kohle?
A: Der Vorschuss ist in erster Linie dafür da, das Album aufzunehmen. Natürlich ist es schön, wenn er voluminöser ist als früher. Das zeigt, dass man in die richtige Richtung geht. Aber welche Plattenfirma du hast, wie viel Kohle auf deinem Konto ist – dies entscheidet nicht ob du eine gute oder schlechte Platte machst. […] Die letzten Jahre waren für Eisbrecher wirklich erfolgreich, und wir müssen eigentlich nur so weitermachen. Das gibt uns ein gutes Gefühl. Wenn wir WIR bleiben […]

O: Wieso habt ihr euch am Ende für den Wechsel zu einem Major entschieden?
A: Wir kamen mit unserer alten Plattenfirma nicht mehr weiter. […] Sony war bereits seit zwei Jahren an uns dran – und uns haben ihre Argumente überzeugt. Vor allem, weil sie uns so wollen, wie wir sind: als Rockband.  Sie reden uns in keinster Weise rein- das ist uns wichtig. Der Major hat Power, hat Kontakte, er weiß, welche Promo Sinn macht. Und wenn wir mit unserer Indiedenke rangehen, sollte was Gutes herauskommen. Und sie wissen, dass sie mich nicht zu Big Brother reinstecken können und dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir bei Carmen Nebel auftreten, auch sehr gering sein wird. Um ein Ziel zu erreichen, werde ich meine Ideale nicht aufgeben. Wenn wir ordentlich Munition in ihre Knarre laden, sollten sie die mal richtig abfeuern. Und wir wissen ja das Ziel ist die Eins.

O: Brauchst du diese Vorgabe als Motivation?
A: Na klar… Ich kann auch ohne Charts und ohne „ECHO“s leben. Aber ich sehe das sportlich. Lieber verkaufe ich 150.000 statt 50 Platten. Und die Kommerzdebatte geht mir am Arsch vorbei und ist der reinste Bullshit. Wenn du erfolgreicher wirst, kommen irgendwann die Leute, die dir sagen, dass jetzt alles scheisse ist. Du musst dich dafür nicht mal künstlerisch verändern, diese Typen kommen auch so. Und wenn Euch die Musik nicht gefällt, dann unterstützt eine andere kleine Band und schaut zu, wie sie groß werden. Natürlich ist  es nicht mehr so privat, wie es mal war. Aber man kann doch nicht einer Band die Erfolglosigkeit wünschen, nur damit man nicht nacht einer Show, bei der 50 Leute vor der Bühne standen, mit Ihnen ein Bier saufen kann.

O: Vor wenigen Wochen erschien eine „Best Of“ – CD – nicht gerade zu deiner Freude. Warum?
A: Unsere alte Plattenfirma hat alle Register gezogen. Bis einen Tag vor der Veröffentlichung war auf amazon nicht mal das Cover zu sehen. Band verlässt Label, Label bringt „Best Of“ raus. Klar, so kann man noch mal Kohle machen. Unser Plan wäre ein anderer gewesen. Wir hätten noch ein oder zwei Alben gemacht und dann erst die „Best Of“ veröffentlicht. Und da AFM ja die Lizenzen für die Songs besitzt, hätten sie auch gut daran verdient. wenn Sony die „Best Of“ auf den Markt bringen würde. Einfach mal warten, es ist noch nicht die Zeit.

O: Also habt ihr mit der CD nichts zu tun?
A: Rein gar nichts. Weder das Artwork, noch die Reihenfolge der Songs ist auf unseren Mist gewachsen. Es steht zwar „Eisbrecher“ drauf, aber das wars dann auch. Es ist natürlich keine Scheissplatte, immerhin sind es unsere Songs. Wenn es die Leute kaufen wollen, sollen sie es tun. Aber ich will nicht, dass die Fans denken, dass wir Ihnen das Geld mit so einem Produkt aus der Tasche ziehen wollen. Doch die wenigsten werden denken, dass es an der Plattenfirma liegt. Dennoch, schaden wird es uns auch nicht. Klar, für einen DJ oder einen Fan, der uns nicht kennt, ist es nicht komplett verkehrt. Aber der echte Kaufanreiz fehlt. Es gibt keine Bonustracks, ekien DVD… das fehlt mir bei dieser „Best Of“. Mal schauen, was sie in den Charts erreicht. Wenn es ein Erfolg wird – stark. Wenn nicht, dann sieht man welchen Einfluss der Künstler bei der Promo hat. Ein Alleingang ist nicht immer so günstig. Aber wenn mir ein Fan die CD unter die Nase hält und mich fragt: „Kannst du die mir unterschreiben?“, werde ich sie ihm auch nicht um die Ohren hauen. (lacht)“

2 Kommentare zu “Interview mit „Alexx“ aus dem aktuellen Orkus”
    Martin schreibt 15. Juni 2011 um 19:43 Uhr:

    Das Gefaellt mir Button Plugin waere nuetzlich. Oder habe ich es uebersehen?

    Aryn schreibt 18. Juni 2011 um 14:03 Uhr:

    Nein den hast du nicht übersehen, gibt es leider noch nicht. Allerdings will ich bald ein Update aufspielen, welches dann unter anderem dieses Feature enthalten wird.

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